Im letzten Monat bestimmte der Passauer Stadtrat in seltener Einmütigkeit für die grundsätzliche Genehmigung im alten Metropolis Kino den sogenannten „Kulturpalast“ einzurichten. Damit ging ein lang gehegter Wunsch der Betreiber des Passauer Musikclubs Zauberberg in Erfüllung, die sich schon seit einiger Zeit mit diesem Projekt beschäftigen.
Marlies Resch, Zauberberg-Chefin, hatte es nach intensiven Diskussionen geschafft, gegen die Empfehlung des Bauordnungsamtes, das Einwände u.a. wegen eventueller Lärmbelästigung erhoben hatte, die Passauer Stadtväter von der Sinnhaftigkeit eines solchen Projektes zu überzeugen. Wir hatten nun Gelegenheit mit Marlies Resch darüber zu sprechen, wie es mit dem Projekt „Kulturpalast Metropolis“ weitergeht.
INNSIDE: Marlies, der Passauer Stadtrat hat vor kurzem eurem Antrag zugestimmt, den sogenannten „Kulturpalast“ im alten Metropolis-Kino einzurichten. Wie geht es jetzt damit weiter?
Marlies Resch: Wir haben uns sehr über das einstimmige Ergebnis gefreut und gehen jetzt voller Elan an die Umsetzung. Es müssen allerdings erst noch die bautechnischen Fragen geklärt werden, bevor wir mit der Baustelle weitermachen können. Der Startschuss ist jetzt getan, und ich bin zuversichtlich, die anstehenden Hürden auch noch zu bewältigen.
Wir haben natürlich auch schon genaue Vorstellungen, wie wir dieses tolle Gebäude zu einem echten Kulturtempel umbauen können, und haben mit unserem Vermieter auch schon einige Pläne gewälzt.
Wann plant ihr denn die große Eröffnungsfeier?
Natürlich wollen wir so schnell wie möglich beginnen und den Passauer Kulturenthusiasten diesen Raum zur Verfügung stellen, aber wir wollen auch etwas Gescheites machen und nichts übers Knie brechen. Wenn wir bis Mitte oder Ende des kommenden Jahres fertig werden, können wir zufrieden sein.
Wie genau sieht denn nun euer Nutzungskonzept aus?
Wir wollen ein qualitativ hochwertiges und breit angelegtes Programm kuratieren, das vor allem moderne und populäre Kultur bietet. Das sind natürlich vor allem alle Arten von Musik – von Rock über Jazz, Popmusik bis hin zur Klassik –, im Grunde alles was im Bereich Kultursektor beheimatet ist und eine professionelle Bühne benötigt. Durch die Größe des oberen Saals können wir hochkarätige Acts nach Passau holen. Aktuell ist eine Kapazität von 1.000 Besuchern angestrebt, wodurch wir uns endlich weiterentwickeln können in Richtung professionelle Musikspielstätte, wie z.B. Feierwerk, Muffatwerk oder Backstage in München.
Wollt ihr das ganze Programm selbst gestalten?
Nein, wir laden ausdrücklich alle interessierten Kulturschaffenden und Veranstaltenden ein, sich hier einzubringen und mitzuhelfen, ein wirklich buntes und breites Programm zu erstellen. Das heißt, wir werden natürlich unsere Räumlichkeiten auch anderen zur Verfügung zu stellen.
Das Haus soll später noch ein Klubhaus am Vorderhaus dazubekommen. Ein Art Hausbar und Tagescafé, wo man sich trifft und netzwerkt, als Treffpunkt für die Kulturszene der Stadt.
Klingt fast zu schön, um wahr zu sein. Wie wollt ihr das Ganze finanziell stemmen?
Soweit möglich werden wir die bestehenden Fördermöglichkeiten ausschöpfen. Vielleicht gibt es auch noch ein Crowdfunding Projekt. Ein Großteil wird wohl über eine Finanzierung und Investoren gestemmt werden müssen.
Kling nach jeder Menge Arbeit. Leidet da euer Club, der Zauberberg, nicht drunter?
Wir haben uns über die Jahre sehr weiterentwickelt und auch die interne Betriebsstruktur dahingehend verbessert, dass einer Expansion nichts im Wege steht. Wir sind einfach Workoholic-Freaks mit großen Visionen und viel Liebe zur Musik. Der Club Zauberberg bleibt auf alle Fälle auch weiterhin bestehen.
Zum Schluss möchte ich dir natürlich noch unsere Innside-Flussfrage stellen: Mit welchem unserer Flüsse kannst du dich am ehesten identifizieren?
Ganz eindeutig mit dem Inn. Ich bin in Vornbach am Inn aufgewachsen und bin schon als Kind auf dem Inn mit der Zille gefahren. Außerdem entspricht er ganz meinem Naturell: Er schiebt an, bewegt etwas und will was voranbringen.
Wir danken dir für das Gespräch.
Die Fragen stellte Gerd Jakobi
© Jakobi, Resch (Selfie)