(c) Stadtwerke Passau
Die Weiterentwicklung und Neuausrichtung des ÖPNV hat auch künftig hohe Priorität. Durch eine bedarfsgerechte Ausgestaltung des Angebots sollen die Mobilitätsbedürfnisse der Bürgerinnen und Bürger bestmöglich erfüllt und zugleich die wirtschaftlichen Belastungen der Stadtwerke Passau verringert werden. Hierfür hat die Geschäftsführung der SWP GmbH auf Initiative von Oberbürgermeister Andreas Rother nun die Firma ioki beauftragt, die als Spezialist für softwarebasierte Mobilitätslösungen einen Vorschlag zur Linienoptimierung erarbeiten sollen.
Oberbürgermeister Andreas Rother: „Angesichts der nach wie vor vorhandenen finanziellen Herausforderungen der Stadtwerke Passau müssen wir den ÖPNV wirtschaftlich tragfähiger aufstellen und die vorhandenen Mittel gezielt dort einsetzen, wo sie den größten Nutzen für die Fahrgäste bringen. Durch eine bedarfsgerechte Neuausrichtung des Angebots wollen wir das Defizit deutlich verringern und gleichzeitig die Grundlage für einen leistungsfähigen Nahverkehr mit modernen Mobilitätslösungen schaffen.“
Vor der Auftragsvergabe hat bereits eine Erstanalyse stattgefunden. Hierfür wurden verbesserte Zähldaten (anhand neuer digitaler Zählsysteme), Potenzialdaten anhand der Mobilitätssimulation und der Liniennetzplan herangezogen. Mittels Integration in das ioki Data-Warehouse konnten bereits nach kurzer Zeit erste Angaben zur räumlichen und zeitlichen Verteilung der Nachfrage gemacht werden.
Zur Entwicklung eines finanzierbaren ÖPNV-Konzepts für die Stadt Passau soll nun durch Erhebung von Linien, Takten, Nachfrage und Erschließungsqualität eine detailliierte Bestandsanalyse und darauffolgend eine Netzbewertung durchgeführt werden. Hierfür werden die Analyseergebnisse zusammengeführt und übergreifend bewertet. Grundlage bilden insbesondere die Erschließungs- und Verbindungsqualität, die ermittelte Kostenbasis des Status quo sowie die ausgewerteten Fahrgast- und Zähldaten des heutigen ÖPNV. Letztere erfüllen dank der gestern vom Stadtrat beschlossenen Erweiterung der Zählsysteme in den Bussen eine deutlich bessere Qualität und stellen damit eine wesentliche empirische Grundlage dar, um die
modellierten Ergebnisse einzuordnen und die tatsächliche Nutzung des bestehenden Angebots realitätsnah abzubilden.
Dadurch können die zentralen Stärken und Schwächen des Bestandsnetzes herausgestellt und Fahrgastströme, Nachfrageentwicklungen und Mobilitätsmuster untersucht werden, um das Verkehrsangebot gezielt zu optimieren. Im Anschluss erfolgt die Erarbeitung einer Umsetzungsstrategie. Durch das Konzept soll eine finanzielle Einsparung erreicht werden unter Gewährleistung eines modernen, intelligenten und nachfrageorientierten ÖPNV-Angebots, auch unter Einbeziehung innovativer On-Demand-Leistungen.
Parallel zur Auftragsvergabe wird aktuell ebenfalls der Beteiligungsprozess erarbeitet. Nachdem der Bestand erhoben und mögliche Varianten ausgearbeitet wurden, ist beabsichtigt, sowohl den Aufsichtsrat der SWP GmbH als auch den Stadtrat in den Prozess miteinzubeziehen. Zudem soll eine breite Bürgerbeteiligung erfolgen, damit im Vorhinein alle wesentlichen Gesichtspunkte betrachtet werden können.
Die Firma ioki ist ein deutsches Technologieunternehmen, das sich auf digitale Mobilitätslösungen für den öffentlichen Verkehr spezialisiert hat. Es wurde 2017 als Tochter der Deutschen Bahn gegründet und entwickelt Software, mit der Verkehrsunternehmen und Kommunen ihre Mobilitätsangebote effizienter planen, steuern und betreiben können. Zum Portfolio von ioki gehört es u. a. Liniennetze und integrierte Angebotskonzepte zu entwickeln, Linien- und Bedarfsverkehre wirtschaftlich zu optimieren, verkehrliche Zukunftsszenarien aufzustellen und zu bewerten, neuen On-Demand-Service zu planen und Defizite im bestehenden ÖPNV aufzudecken und durch intelligente Lösungen zu beheben.