Nachhaltige Energie am gesamten Campus

Universität Passau nimmt großflächige Photovoltaikanlage erfolgreich in Betrieb

Nach rund sechs Jahren intensiver Planung und Umsetzung ist es gelungen, eine leistungsstarke PV-Infrastruktur am gesamten Campus zu realisieren. Erste Überlegungen hierzu reichen zurück bis in das Jahr 2020, als im Rahmen der Nachhaltigkeitsstrategie der Universität mögliche Standorte sowie Finanzierungsmodelle geprüft wurden. Der entscheidende Impuls kam durch eine großzügige Förderzusage des Freistaates Bayern für die eigenständige Umsetzung. „Die Fertigstellung der nahezu flächendeckenden PV-Anlage ist ein Meilenstein für unsere Universität, denn zwischen dieser Förderzusage und der Fertigstellung lag ein langer, mit vielen technischen, statischen und wirtschaftlichen Hürden verbundener Prozess.“, betont Professor Dr. Werner Gamerith, Vizepräsident für Transfer und interne Vernetzung mit der Querschnittsaufgabe Nachhaltigkeit. 

Die nun in Betrieb genommene Anlage umfasst eine Gesamtleistung von 2.600 kWp bei einer Wechselrichterleistung von knapp 2300 kW. Sie erstreckt sich über 14 Gebäude-Dachflächen und 13 Technikstandorte verteilt auf dem Campus und ist über das universitätseigene Mittelspannungsnetz an das Stromnetz der Stadtwerke Passau angebunden. Bereits im Jahr 2025 wurden in einem ersten Schritt an sechs externen Standorten der Universität Photovoltaikanlagen mit einer Gesamtleistung von etwas mehr als 100 kWp inklusive zugehörigen Stromspeichern realisiert; nun erfolgte die Inbetriebnahme der großen PV-Anlage, inklusive eines neu installierten Stromspeichers mit einer Kapazität von über 700 kWh. Er ermöglicht es, den erzeugten Solarstrom gezielt zwischenzuspeichern, um ihn bei Bedarf abzurufen: Damit wird der Eigenverbrauch der Universität deutlich erhöht und die Abhängigkeit von externem Strombezug weitgehend reduziert. Da die Komplexität des Projekts klassische PV-Installationen weit übersteigt, waren neben der Einhaltung strenger technischer Normen umfangreiche Zertifizierungs- und Prüfverfahren erforderlich. Zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen wie die Installation eines eigenen Glasfasernetzes, sowie die Regelung der gesamten Anlage über Fernwirktechnik und Echtzeitüberwachung wurden eingerichtet, um Spannungsdifferenzen auszugleichen und Netzstabilität zu garantieren. Darüber hinaus wurde die notwendige Infrastruktur – von Mittelspannungsübergaben über Klimatisierung von Technikräumen bis hin zu komplexen Brandschutzmaßnahmen – umfassend modernisiert und erweitert. Neben der technischen Umsetzung, die auch statische Neuberechnungen aufgrund veränderter Schneelastanforderungen, angepasste Schneefangsysteme sowie Dachlastwaagen zur Überwachung der Schneelast notwendig machten, wurde auch die optische Gestaltung mitgedacht: Durch schwarze PV-Module und Kupferrohre zur Kabelführung wurde die Anlage harmonisch in das teils denkmalgeschützte Erscheinungsbild und die kupfergeprägte Dachlandschaft eingefügt. Durch die unterschiedliche Ausrichtung der PV-Flächen auf verschiedenen Dachneigungen wird über den gesamten Tagesverlauf hinweg eine gleichmäßige Energieerzeugung erreicht. Mit ihrer Photovoltaikanlage geht die Universität den entscheidenden Schritt zu einer nachhaltigen und zukunftsorientierten Energieversorgung: Ihre zusätzlichen Kapazitäten eröffnen neue Perspektiven für einen autarken und effizienten Betrieb der eigenen Einrichtungen – etwa eine ressourcenschonendere Kälteerzeugung zur Klimatisierung von Hörsälen, Seminar- und Serverräumen, optimierte Kühlkonzepte für die Kühlzellen der Mensa sowie ergänzende Heizlösungen auf Basis des selbst erzeugten Stroms. 

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Federführend koordinierte das Großprojekt die Betriebstechnik der Universität Passau unter der Leitung von Herrn Dipl. Ing. (FH) Konrad Binder, der das Projekt mit großem Engagement und in enger Abstimmung mit internen Abteilungen, externen Fachfirmen sowie den Stadtwerken Passau vorantrieb. „Die gelungene Umsetzung ist das Ergebnis einer herausragenden Teamleistung, zu der auch die universitätsinterne Betriebstechnik, insbesondere die Fachbereiche Elektro- und Gebäudeleittechnik maßgeblich beitrugen“, zeigt sich Herr Binder zufrieden mit der professionellen und konstruktiven Zusammenarbeit. „Die Installation während des laufenden Universitätsbetriebs erforderte eine präzise Abstimmung mit Vorlesungszeiten, Prüfungen und Veranstaltungen. Dank der sorgfältigen Planung und engen Abstimmung von Bau- und Betriebsabläufen mit der Raumvergabe konnten Störungen auf ein Minimum reduziert werden“, betont er. Sein besonderer Dank gilt den ausführenden regionalen Firmen, der Wirth GmbH vertreten durch Herrn Rimbeck und der Solar Pur AG mit Herrn Englmaier, sowie dem Planungsbüro ELMA mit Herrn Steinhofer für die reibungslose Umsetzung des Großprojekts. Prof. Gamerith betont: „Ich habe größten Respekt vor dieser organisatorischen Leistung, die vor allem im Sommersemester 2025 bis hinein in den Herbst, bei laufendem Lehrbetrieb behutsam und umsichtig umgesetzt wurde.“ 

Professor Ulrich Bartosch, Präsident der Universität Passau, dankt allen Beteiligten zum Ende seiner Amtszeit: „Mit diesem gelungenen Großprojekt unterstreicht die Universität Passau ihren Anspruch, Verantwortung für Umwelt und Gesellschaft zu übernehmen und innovative Lösungen für eine nachhaltige Zukunft aktiv umzusetzen.“ Vizepräsident und Amtsnachfolger Jan Schumann ist überzeugt: „Die Anlage ist der Grundstein für eine autarkere und resilientere Energieversorgung der Universität, die perspektivisch weitere Nachhaltigkeitsmaßnahmen zur langfristigen Einsparung von Energiekosten ermöglicht.“