Kraft und positive Energie Tanken

Singer-/Songwriterin Claudia Koreck über ihr neues Programm.

Claudia Koreck aus dem oberbayerischen Traunstein ist aus der deutschen Musiklandschaft längst nicht mehr wegzudenken. Seit vielen Jahren steht sie in der Gunst des Publikums weit oben. Ob alleine, zusammen mit Ehemann Gunnar Graewert oder auch mit ihrer kompletten Band – Koreck überzeugt nicht nur musikalisch, sondern auch mit einer unglaublich wohltuenden unprätentiösen menschlichen Seite, die ihr viele Sympathien zuteilwerden lässt. Am 12. Juni gastiert sie mit einem „Best of“-Programm und ihrer Band im Rücken im Klostergarten in Fürstenzell. Wir hatten Gelegenheit zu einem Gespräch mit ihr.

 

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INNSIDE: Du bist seit vielen Jahren auf Bayerns Bühnen unterwegs und hast viel für die bayerische Rockmusik getan. Das hat dir den Bayerischen Kulturpreis eingebracht! Was erwartet die Fans beim Klosterpark OpenAir in Fürstenzell?

Claudia Koreck: Wir spielen heuer unser Best-of-Programm. Seit 20 Jahren stehe ich mittlerweile auf der Bühne, 2007 ist mein erstes Album „Fliang“ erschienen. Zusammen mit meiner Band begeben wir uns auf eine kleine musikalische Zeitreise und spielen Songs aus mittlerweile 14 Alben. Ich freue mich schon sehr auf das Open Air!

 

Fans auch außerhalb von Bayern

Du bist ja nicht nur in Bayern unterwegs, wie kommt der Mundart geprägte Text jenseits des Weißwurstäquator an?

Ehrlich gesagt hatte ich es außerhalb von Bayern immer etwas schwerer. Aber ich weiß, dass ich auch dort einige Fans habe, die immer ganz traurig sind, weil ich so selten vorbeischaue. Viele verbinden ihren Urlaub in Bayern mit einem Konzert von mir, das finde ich dann besonders schön 🙂

Du bist ja nicht nur eine Vollblutmusikerin, sondern auch ebenso leidenschaftliche Mutter. Wie lässt sich bei dir Karriere und Familie verbinden?

Mei, mittlerweile ist es einfacher, weil die Kinder schon älter sind. Timmi begleitet uns ja schon auf Tour, wenn es die schulischen Verpflichtungen zulassen. Ich habe außerdem eine ganz tolle Familie. Meine Eltern haben oft die Kinder betreut, wenn ich gemeinsam mit meinem Mann auf Tour war.

Deine Band ist dein großer Rückhalt auf der Bühne. Wie ist da so die Arbeitsteilung bei euch. Bist du da die Chefin im Ring oder macht ihr das eher gemeinschaftlich? Oder ist da jeder für einen eigenen Bereich zuständig?

Mir ist am wichtigsten, dass alle Spaß am Musizieren haben und dass sich keiner verstellen muss. Jeder soll so sein können, wie er ist. Aber natürlich bin ich die Chefin, allein schon, weil ich die Verantwortung trage. Ich schreibe die Songs, überlege gemeinsam mit meinem Mann und Produzenten Gunnar, wie das nächste Album klingen soll, plane die Tour und kümmere mich um viele organisatorische Dinge.

 

Musikalischen Roman geschrieben

Die Welt spiel gerade richtig verrückt mit Krisen und Kriegen. Schlägt sich das auch in deinen Liedern nieder oder siehst du dich eher als Unterhalterin und willst den Menschen eine Auszeit von diesen Themen verschaffen?

Natürlich spiegelt sich das auch in meiner Musik wider. Gerade in den letzten Jahren sind die Zeiten so herausfordernd geworden, dass mir manchmal fast der Kopf geplatzt ist. Deshalb haben Gunnar und ich gemeinsam einen musikalischen Roman geschrieben, in dem unsere Gedanken den passenden Raum finden durften. Er heißt „Sing lauter, Heidi“ und hat uns beiden geholfen, die Welt nicht nur negativ zu sehen, sondern wieder Hoffnung zu schöpfen.

Wenn wir ein Konzert spielen, darf es aber auch eine Auszeit von all dem sein. Man muss ja auch wieder Kraft und positive Energie tanken, um nicht komplett wahnsinnig zu werden. Bei Konzerten spürt man die verbindende Kraft der Musik ganz deutlich. Egal woher wir kommen oder wie wir die Welt sehen. Die Musik zeigt uns, dass wir alle im selben Takt tanzen können.

 

Zurück zu den Wurzeln

Du bist mit einem „Best of“ – Programm unterwegs. Planst du eine neue CD in diesem oder im nächsten Jahr?

Ja. Bei unserem letzten, sehr aufwendigen Projekt mit Roman und Musikalbum lag der Fokus stark auf dem großen Weltkontext. Ich bin dabei auch in andere Rollen geschlüpft und habe dadurch neue Fähigkeiten entdeckt. Nämlich nicht nur mich selbst zu beobachten, sondern auch in andere Charaktere hineinzudenken. Jetzt möchte ich wieder zurück zu den Wurzeln und noch tiefer gehen. Mich interessieren gerade die Menschen, die dort leben, wo ich herkomme. Auch musikalisch wird es nach dem internationalen Sound des letzten Projekts wieder näher an den Instrumenten sein, die man aus unserer Region kennt.

Was ist dir bei deinen Konzerten das Wichtigste und wie schaffst du es immer wieder große Säle zu erreichen?

Bei mir geht es nicht darum, eine große Bühnenshow mit Glitzer und Effekten zu fahren. Ich traue dem Publikum zu, dass meine Gefühle sie erreichen, pur und ohne großes Tam Tam.
Bei uns bekommt ihr handgemachte, ehrliche Musik. Ich erzähle ein bisschen aus meinem Leben und mir ist wichtig, dass alle eine gute Zeit haben.

Zum Schluss möchten wir dir natürlich auch die INNSIDE Frage stellen: Gibt es einen Fluss in deinem Leben, mit dem du dich besonders identifizieren kannst?

Freilich, die Traun. Da bin ich aufgewachsen. Dort sitze ich jeden Sommer und fühle mich manchmal genau wie der Fluss. Das Wasser, das durch ihn fließt, darf sich verändern und erneuern. Aber das Fundament bleibt stabil. So möchte ich auch sein. Man darf sich immer verändern, sollte aber nicht vergessen, wo man herkommt.

 

Wir danken dir für das Gespräch!
Die Fragen stellte Gerd Jakobi

Claudia Koreck live:

12. Juni 26, 20.00 Uhr, Klosterpark in Fürstenzell

Tickets: donaufestival.de und reservix.de