Mit „Zeichnen“ widmet die Galerie am Stein im barocken Stift Reichersberg Arnulf Rainer eine Ausstellung, die frühe Arbeiten auf Papier späten Zeichnungen gegenüberstellt. Dabei wird sichtbar, wie sich das Zeichnen in Rainers Werk von einer bildnerischen Technik zur Essenz seines künstlerischen Ansatzes entwickelt. Seine „Überzeichnungen“ und „Übermalungen“, bei denen bestehende Motive verdeckt, ausgelöscht oder hervorgehoben werden, zählen zu den prägenden Verfahren seines Schaffens. Zugleich versteht Rainer das Zeichnen als körperlichen, gestischen Akt – zwischen Konzentration, Wiederholung und dynamischer Energie. Die Ausstellung vereint Arbeiten aus unterschiedlichen Schaffensphasen und Serien, darunter „Face Farces“, „Schlangenfrauen“, „Messerschmidt“ und „Neue Zeichnungen“. Ein besonderer Höhepunkt ist das großformatige Werk „Elektrische Haarhelden“ von 1968.