Jahreshaushalt 2026

Bistum Passau legt Plan Gewinn- und Verlustrechnung mit negativem Ergebnis vor

„Auch für dieses Jahr konnten wir keinen ausgeglichenen Haushalt vorlegen“, erklärt Finanzdirektor Dr. Josef Sonnleitner bei der Veröffentlichung der diesjährigen Plan Gewinn- und Verlustrechnung. „Im Vergleich zum Vorjahr mit rund 6 Millionen Euro im Minus ist dies ein deutlich geringerer Fehlbetrag“, so Sonnleitner weiter, was vor allem darauf zurückzuführen sei, dass „wir in 2025 bei der Kirchensteuer eine Seitwärtsbewegung feststellen konnten und wir deshalb auch für 2026 nicht mit einem Rückgang bei der Kirchensteuer rechnen“. Mit Blick auf die nächsten Jahre seien aktuell keine „dramatischen Rückgänge“ zu erwarten, obwohl die Zahl der Kirchenaustritte etwas angestiegen ist. Das sei auch damit zu begründen, dass diejenigen, die der Kirche treu bleiben, z.B. durch Tarifsteigerungen mehr Geld verdienen.

 

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Strukturelle Veränderungen und Priorisierungsprozesse

Trotz gleichbleibender Kirchensteuereinnahmen sind die allgemeinen Preissteigerungen und insbesondere steigende Personalkosten dennoch Effekte, die einen Haushaltsausgleich verhindern und konkrete Maßnahmen erfordern. Das Bistum reagiert hier mit strukturellen Veränderungen. Zum einen werden wie schon in den vergangenen Jahren Baumaßnahmen intensiv auf Notwendigkeit und Umfang hin überprüft. Dies geschehe in gutem Einvernehmen mit den Kirchenstiftungen, so Finanzdirektor Sonnleitner. Zum anderen wurde innerhalb der Diözese ein Priorisierungsprozess angestoßen, der die verschiedenen Tätigkeitsbereiche der Kirche von Passau nach und nach prüft. „Grundlage hierfür sind ‚Mission und Auftrag‘ und die daraus abgeleiteten strategischen Überlegungen.“ Für 2026 wurde zudem eine Kürzung der Haushaltszuschüsse um fünf Prozent beschlossen. Zum Kreis der Zuschussempfänger gehören vor allem die Verbände des Bistums. Dr. Josef Sonnleitner: „Mit dieser Kürzung, die bereits mit allen Zuschussempfängern kommuniziert wurde, soll ein Prozess zur Priorisierung der künftigen Aufgaben in Gang kommen. Die Verbände stellen sich dieser Aufgabe.“ In organisatorischen und strukturellen Fragen werde weiterhin die Zusammenarbeit mit den Verbänden verstärkt, sodass Synergien entstehen und gefestigt werden können. Der Diözesansteuerausschuss des Bistums hat zudem maßgeblich festgelegt, dass die Kürzung zu keiner Illiquidität eines Verbandes führt.

 

Stärkung der pastoralen Räume

Gezielt gestärkt werden auch 2026 die Qualifizierung des Ehrenamts sowie die pastoralen Räume. „Hier haben wir neue Zuschussmöglichkeiten geschaffen“, erklärt der Finanzdirektor. „Diese Haushaltsansätze erfolgen unabhängig von der Entwicklung der Kirchensteuer, da die erforderlichen Mittel aus Rücklagen finanziert werden.“ Vor rund zehn Jahren startete im Bistum der pastoral-strukturelle Erneuerungsprozess. Nach bisheriger Umsetzung der strukturellen Veränderungen – wie der Professionalisierung der Verwaltung mittels etablierter Verwaltungszentren – richtet sich der Fokus seit geraumer Zeit auf die sogenannten pastoralen Räume und die Zusammenarbeit über die Grenzen des Pfarrverbands hinweg. Zugang und Teilhabe sollen verstärkt für die ehrenamtlich Mitwirkenden des Bistums weiter ausgebaut werden, auch durch das Social Intranet WIR, durch das bereits einige hundert Ehrenamtliche mit dem Hauptamt im Bistum vernetzt werden konnten. „Die Finanzierung dieser Strukturen trägt das Bistum“, so der Finanzdirektor.

Beteiligung des Diözesansteuerausschusses an der Finanzplanung im Bistum Passau
Im Bistum Passau ist der Diözesansteuerausschuss ein zentrales Gremium, in dem auch Laien maßgeblich an der Finanzplanung im Bistum beteiligt sind. Die Mitglieder des Gremiums beraten vertieft im Zuge der Erstellung der Plan Gewinn- und Verlustrechnung. Für den Haushalt gibt es eine gesonderte Vorberatungssitzung. Diese Sitzungen werden neben den hauptamtlich Tätigen durch gesondert gebildete Arbeitsgruppen aus den Mitgliedern des Diözesansteuerausschusses vorbereitet.

 

Die wichtigsten Erträge:

Erträge aus Kirchensteuereinnahmen belaufen sich auf 104,7 Mio. EUR (79 % der betrieblichen Erträge). Vergütungen für Leistungen, welche die Kirche für den Staat erbringt, erwartet das Bistum in Höhe von 13,8 Mio. EUR (10 %). Weitere 12,9 Mio. EUR (11 %) sind Pfründe-, Miete- und sonstige Erträge bzw. Umsatzerlöse der Bildungshäuser, des Bistumsblattes und des Domladens.

Der gesamte Betriebsertrag beläuft sich auf 131,4 Mio. Euro.

 

Die wichtigsten Aufwendungen 2026:

Die betrieblichen Aufwendungen in Höhe von 140 Mio. EUR entfallen auf die zentralen Bereiche Seelsorge 50 Mio. EUR (35,7 %), soziale Dienste 11,6 Mio. EUR (8,3 %) und kategoriale Seelsorge – wie Jugendarbeit, Familienpastoral oder Krisenseelsorge – 12,1 Mio. EUR (8,6 %). In den Bereich Schule, Bildung und Kunst fließen 24,5 Mio. EUR (17,5 %). Weltkirchliche und überdiözesane Projekte unterstützen wir mit 6,7 Mio. EUR (4,8 %). 30,6 Mio. EUR (21,9 %) wendet die Diözese für alle zentralen Einrichtungen auf.

Für den Unterhalt zentraler Stiftungsgebäude sowie sonstiger wesentlicher Verpflichtungen der Diözese und eine ausreichende Deckungsreserve sind insgesamt 4,5 Mio. EUR (3,2 %) veranschlagt.

Die Plan Gewinn- und Verlustrechnung 2026 wurde vom Diözesansteuerausschuss geprüft und genehmigt. Weitere Informationen zu den Finanzen im Bistum Passau sowie ein Interview mit Finanzdirektor Dr. Josef Sonnleitner finden Sie unter www.bistum-passau.de.